Tschüss synthetischer Schnickschnack - Hallo umweltfreundliche Reinigung

Okay. Hände auf den Tisch. Putzen ist nicht unbedingt das aufregendste Thema. Zumindest ist das für viele so. Aber es ist nun mal ein alltägliches Thema. Wir verbringen immerhin 1,5 Jahre unseres Lebens mit Putzen. Genau deswegen ist es höchste Zeit, das Thema aufzurollen. Wie immer wollen wir das Ganze nämlich gerne in grün. 

Wir verraten euch, wo überall Plastik versteckt ist und wie ihr es ersetzen könnt. Außerdem helfen wir euch dabei, eure Reinigungsmittel umweltfreundlicher zu machen und stellen euch unsere Reinigungs-Freunde vor.

Was spricht gegen klassische Putzmittel?
Großes Minus bei klassischen Reinigungsmitteln: Sie sind meistens in Plastik verpackt. Wenn euch das noch nicht genug abturnt, können wir vielleicht mit den manchmal ziemlich fragwürdigen Inhaltsstoffen überzeugen. Viele Reinigungsmittel erwecken mit ihren extra starken Inhalten fast den Eindruck, als ob wir gegen den Schmutz in den Krieg ziehen müssten. Dabei sind aggressive Reinigungsmittel schädlich für die Umwelt und für unsere Gesundheit. Inhaltsstoffe wie Konservierungsmittel oder Duftstoffe können außerdem Allergien auslösen, die Haut oder Atemwege reizen und die Umwelt belasten. 

Was wollen wir lieber vermeiden?
Problematisch sind synthetisch Duftstoffe. Sie können allergische Reaktionen hervorrufen. Entweder werden sie unter folgenden Namen angegeben oder auch einfach unter dem Sammelbegriff “Parfum”:
Amyl Cinnamal, Benzyl alcohol, Cinnamyl alcohol, Citral, Eugenol, Hydroxycitronellal, Isoeugenol, Amylcinnamylalcohol, Benzyl, Salicylate, Cinnamal, Coumarin, Geraniol, Hydroxyisohhexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde, Anise Alcohol, Benzyl Cinnamate, Farnesol, Butylphenyl Methylpropional, Linalool, Benzyl Benzoate, Citronellol, Hexyl Cinnamal, Limonene, Methyl 2-Octynoate, Alpha-Isomethyl Ionone, Evernia Prunastri Extract, Evernia Furfuracea Extract.

Weiter geht’s mit Konservierungsstoffen. Sie sind besonders in flüssigen oder gelartigen Reinigungsmittel zu finden und können unserer Haut schaden. Bedenkliche Konservierungsstoffe sind:
Benzisothiazolinone, Formaldehyd Methylchloroisothiazolinone, Methylisothiazolinone, Octylisothiazolinone.

Nummer drei, die wir vermeiden wollen, sind schädliche Tenside. Synthetische Tenside werden aus Erdöl gewonnen, sind daher schädlich für die Umwelt und überhaupt nicht nachhaltig. Hier sind zu vermeiden:
Disodium Distyrylbiphenyl Disulfonate, Sodium Lauryl Sulfate (SLS), Sodium Dodecylbenzenesulfonate.

Wir empfehlen also allen, die kein fotografisches Gedächtnis haben und auch nicht ständig eine Liste mit Fremdwörtern mit sich tragen wollen, die Verwendung von nachhaltigen Marken oder die Herstellung eigener Reinigungsmittel.

Welche umweltfreundlichen Alternativen gibt es? 

Tschüss synthetischer Schnickschnack - Hallo umweltfreundliche Reinigung. Das sind eure Möglichkeiten:

Im Unverpackt Laden selbst abfüllen:
In unserem Laden kommen nur Reinigungsprodukte von Herstellern mit pflanzlichen und mineralischen Tensiden, die biologisch abbaubar sind und natürliche Duftstoffe haben. Außerdem enthalten sie keine petrochemischen Konservierungsstoffe. Sie können vor Ort abgefüllt werden, so spart ihr euch auch die Plastikverpackung. Im Unverpackt Laden findet ihr außerdem auch feste Reinigungsseifen wie festes Spülmittel oder Wäscheseife.

Reinigungsmittel selbst herstellen:
Reinigungsmittel selbst herzustellen ist echt einfach und viel ökologischer, als es zu kaufen. Du weißt haargenau, was drin ist und du sparst Geld. Dafür brauchst du auch gar keine verrückten Zutaten. Lerne hier unsere 5 Freunde kennen und was du mit ihnen alles mischen kannst.

Öko Reinigungs-Tabs verwenden:
Es klingt futuristisch, aber mittlerweile reicht ein Tab, eine Glasflasche und etwas warmes Wasser, um ein Reinigungsmittel selbst herzustellen. Die Mischung ist im Handumdrehen fertig und die Reinigungsmittel erfüllen den gleichen Job wie ihre in Plastik verpackten Kolleg*innen. Die Inhaltsstoffe sind biologisch und 100 % natürlichen Ursprungs. Für alle, die keine Zeit haben, Reinigungsmittel herzustellen und trotzdem umweltfreundlich putzen wollen, sind die Öko-Tabs ein echtes Upgrade. 

Wo verbirgt sich sonst noch Plastik beim Reinigen?

Leider hört der Plastikwahnsinn beim Thema Reinigung nicht bei der Verpackung auf. Schwämme, Lappen, Bürsten und Co. sind oft auch aus Plastik. Was sind eure Alternativen?

Schwämme
Eigentlich sind Schwämme Lebewesen. Das gilt allerdings nur für Naturschwämme. Die Benutzung davon ist übrigen deswegen auch nicht vegan, da die Schwämme sterben, wenn wir sie aus ihrem Lebensraum entfernen. Die meisten Schwämme, die wir aber heute in Küche und Bad finden bestehen in der Regel wesentlich aus Schaumstoff, also Plastik. Schwämme sind Wegwerfprodukte, benutzt man also klassische Schwämme, ist das nicht allzu nachhaltig. Außerdem lösen sich beim Abwaschen Mikropartikel, die über den Abfluss in der Umwelt landen. Das sind unsere Alternativen:

Luffa Schwamm
Luffa ist ein nachwachsender Rohstoff und 100% natürlich. Luffa ist ein Kürbisgewächs, ist somit vegan und kann zu verschiedensten Schwämmen verarbeitet werden. Für die Körperpflege, aber auch für den Haushalt. Das Material ist sehr langlebig und kann am Ende seiner Lebensdauer kompostiert werden.

Kokos-Schwamm
Der Schwamm besteht aus Kokosfasern. Diese sind sehr robust und können daher auch optimal als Scheuerschwamm genutzt werden. Kokosfasern sind nicht nur 100% natürlich, sondern auch natürlich antibakteriell, vegan und frei von toxischen Chemikalien. Er kann nach Gebrauch im Biomüll entsorgt werden. Die Kokosfasern machen den Schwamm strapazierfähig, plastikfrei und vegan. 

Öko-Schwamm
Er besteht aus Baumwoll-Cellulose, Sisalfasern und Recycling-PET. Hat also einen kleinen Kunststoffanteil, aber immerhin ist dieser aus Recyclingmaterialien. Er ist erschwinglicher als die anderen Alternativen und immerhin zu 2/3 kompostierbar. Die obere Seite kann abgetrennt und kompostiert werden. Der untere Teil besteht teilweise aus Plastik und gehört daher in den Restmüll.

Bürsten
Die meisten Bürsten, die wir im Supermarkt sehen, bestehen aus Plastik. Entweder mit Griff und Kopf oder zumindest Plastikborsten. Der Griff ist am besten mit Holz ersetzt (idealerweise heimisches Holz). Bei den Borsten gibt es Tierborsten oder vegane Alternativen:

Pflanzliche Borsten
Kokosfasern sind nahezu unzerstörbar und kompostierbar
Handfeger
Spülbürste
Fibre
Die kräftigen Fibre-Borsten werden aus den Blattrippen der Agavenpflanze gewonnen und sorgen für effektive Sauberkeit.
Spülbürste mit austauschbarem Kopf
Scheuerbürste
Sodaflaschenbürste
Topfbürste

Tierborsten
Schweineborsten oder Rosshaar
WC-Bürste
Spülbürste mit austauschbarem Kopf

Lappen
Grundsätzlich sind Baumwolllappen, am idealsten upgecycelt, eine umweltfreundliche Lösung. Kombiniert mit einem der oben beschriebenen Schwämme oder Bürsten kann das oft schon ausreichen. Ein guter Lappen kann aber den Reinigungsvorgang ziemlich erleichtern oder beschleunigen und ist darum für viele unverzichtbar.

Öko-Schwammtuch
Das Öko-Schwammtuch besteht aus 70% Cellulose und 30% Baumwolle. Es besteht somit komplett aus biologisch abbaubaren und erneuerbaren Rohstoffen. Es ist außerdem kompostierbar und kann in den Biomüll.

Lappen aus Bambus
Diese bestehen zu 100% aus Bambus, einem schnell nachwachsenden und biologisch abbaubarem Rohstoff. Sie werden im Restmüll entsorgt.

Mikrofasertuch
Die Mikrofasertücher bestehen aus 80% Polyester, 20% Polyamid. Ja, wir wissen, das ist Plastik. Der Vorteil von Mikrofasertüchern ist, dass sie ganz ohne die Verwendung von aggressiven Chemikalien porentief und fusselfrei reinigen. So spart man sich oft die Anwendung von unnötigen Reinigungsmitteln.
Wir empfehlen euch bei Mikrofasertüchern einen Guppy-Friend-Waschbeutel zu verwenden, wenn ihr sie wascht. So stoppt ihr Mikrofasern davor in die Natur geschwemmt zu werden.