Klimaschutz zum Reinbeißen: So geht nachhaltige Ernährung

Mit unserer Ernährung können wir jeden Tag aufs Neue unseren eigenen Fußabdruck verringern. Laut der Welternährungsorganisation macht die Nahrungsmittelproduktion 20 bis 30% der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Es sind kleine Entscheidungen, die wir täglich bewusst oder unbewusst fällen, die summiert einen großen Einfluss auf unser Klima haben. 
Mit diesen Veränderungen kannst du täglich etwas fürs Klima tun: 

1. Weniger tierische Produkte essen. 

2. Mehr Gemüse und Früchte essen. 

3. Keine Lebensmittel verschwenden. 

4. Regionale und saisonale Produkte bevorzugen. 

5. Bio-Produkte kaufen. 

6. Verpackungsfrei einkaufen und Müll reduzieren.   

 

  1. Weniger tierische Produkte essen. 

Fast 70 % der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung sind auf tierische Produkte zurückzuführen. Auf pflanzliche Produkte entfallen dagegen nur knapp ein Drittel. Eine Studie, die im Oktober 2018 in der Fachzeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde, ergab, dass eine vegane Ernährung am besten zur Senkung der Treibhausgasemissionen beiträgt. Gefolgt von vegetarischer, pescetarischer und flexitarischer Ernährung. Das ist ziemlich einfach erklärbar: Viehzucht ist laut Welternährungsorganisation der UN für fast 15 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Weit über die Hälfte dieser Emissionen wird durch Rinderzucht verursacht. An zweiter Stelle steht die Produktion von Schweinefleisch mit 9%, gefolgt von Büffelmilch und der Hühnerfleisch- und Eier-Produktion mit jeweils 8%. 
Gesunde Ernährung in Deutschland ist aktiver Klimaschutz. Sie senkt nicht nur die direkten THG-Emissionen, die durch die Erzeugung und Zubereitung von Nahrungsmitteln entstehen. Sondern sie senkt ebenso den indirekten CO2-Ausstoß, indem sie Landnutzungsänderungen vermeidet und Kohlenstoffsenken bewahrt. 
Die umweltfreundlichste Ernährung ist also grundsätzlich eine vegane Ernährung. Das ist für dich nicht realisierbar? Kein Problem - Es macht schon einen großen Unterschied, wenn du tierische Produkte auf ein Minimum reduzierst. Die Umstellung von einem durchschnittlichem Fleischkonsum auf vegetarische Ernährung, reduziert deinen ökologischen Fußabdruck der Ernährung um etwa 25 %. Bei der Umstellung auf eine vegane Ernährung sind es sogar um 35 bis 40 %. 

  1. Mehr Obst und Gemüse essen.

Diese Lebensmittel haben den geringsten Impact auf unsere Umwelt.  
Die EAT-Lancet-Kommission, eine Gruppe von Wissenschaftler*innen aus 16 verschiedenen Ländern, untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährung, menschlicher Gesundheit und ökologischer Nachhaltigkeit. Sie empfehlen eine gesunde, nachhaltige Ernährung mit einem hohen Anteil an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und ungesättigten Ölen. Außerdem raten sie zu geringen bis mäßigen Mengen an Meeresfrüchten und Geflügel sowie zu wenig oder gar keinem roten Fleisch, verarbeiteten Fleisch, zugesetztem Zucker oder raffinierten Getreidesorten. Eine nachhaltige Ernährung ist eine Win-Win-Situation: Sie ist nicht nur gut für den Planeten, sondern auch für unseren Körper. 

  1. Keine Lebensmittel verschwenden.

Lebensmittelverschwendung ist für 6% der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Das sind rund dreimal so viele Emissionen, wie im gesamten globalen Luftverkehr ausgestoßen werden. Der größte Teil der Abfälle stammt aus privaten Haushalten. Da gibt’s also Verbesserungspotential. Wir predigen es immer wieder: Schreibt einen Einkaufszettel. Eine gute Planung beim Einkauf ist das A & O.  
Rettet außerdem Lebensmittel und seid nicht zu kleinlich mit der Haltbarkeit. Produkte sind lange über das Mindesthaltbarkeitsdatum genießbar. Unser Tipp: Das Produkt erst einmal genau anschauen, daran riechen, probieren und dann erst entscheiden, ob es wirklich schon in den Müll gehört.  
Schnapp dir auch im konventionellen Supermarkt das hässliche Obst oder Gemüse. Sonst bleibt es liegen. Mach dir bewusst, dass dein Verhalten einen tatsächlichen Unterschied machst. In Deutschland sind Privathaushalte für einen großen Teil des Lebensmittel-Mülls verantwortlich: 4,4 Mio. Tonnen landen jedes Jahr bei uns Zuhause im Müll. Das sind täglich 150 Gramm pro Person. 

  1. Regionale und saisonale Produkte bevorzugen. 

Kauft ihr regionale Produkte spart ihr die CO2 Emissionen vom Transport. Besonders Lebensmittel, die mit Flugtransport importiert werden, schaden der Umwelt. Lokale und saisonale Lebensmittel schmecken außerdem oft besser, weil sie wirklich dann geerntet werden, wenn sie reif sind. Frische Lebensmittel wie Obst oder Gemüse holt man also am besten auf dem Markt oder im Bioladen und achtet dabei immer auf die Herkunft. Tipp: Sucht euch einen Laden aus, bei dem ihr euch darauf verlassen könnt, dass er keine Lebensmittel mit Flugtransport importiert. Dann habt ihr Gewissheit und müsst nicht jedes Mal nachprüfen.  

  1. Bio-Produkte kaufen.

Forscher*innen der englischen Cranfield-Universität haben berechnet, wie sich eine vollständige Umstellung auf biologische Landwirtschaft in England und Wales auf die Umwelt und das Klima auswirken würde. Der Fokus lag dabei auf dem Ausstoß von Treibhausgasen. Das Ergebnis: Die schädlichen Emissionen würden beim Bio-Anbau von Obst, Gemüse und Getreide um 20 Prozent sinken, in der Öko-Viehwirtschaft um etwa vier Prozent.   

  1. Verpackungsfrei einkaufen und Müll reduzieren.

Eine unverpackte Ernährung verkleinert nicht ganz so drastisch euren CO2-Abdruck wie die Umstellung auf eine vegane Ernährung. Die Herstellung von Plastik stößt nämlich weniger CO2-Äquivalente aus, als beispielsweise Kühe. Trotzdem ist es umweltfreundlicher darauf zu verzichten. Das viel größere Problem ist nämlich der Müll der dabei entsteht: In Deutschland werden von 5,2 Millionen Tonnen Verpackungsmüll nur 0,9 Tonnen recycelt. Der Rest wird verbrannt, exportiert oder landet in der Umwelt.  

  

Quellen: 

https://www.theguardian.com/environment/2019/jan/27/environmentally-friendly-foods-samin-nosrat 
https://www.wwf.ch/de/nachhaltig-leben/mein-fussabdruck-ernaehrung 
https://www.canadianliving.com/health/nutrition/article/what-is-the-planetary-health-diet 
WWF: Klimawandel auf dem Teller