Nachhaltige Zahnpflege

Warum müssen wir unsere Zähne eigentlich regelmäßig putzen?
Es gibt ja schließlich einige wichtige Körperteile und Organe, die in der Lage sind, sich selbst zu reinigen. Zähne können das nicht. Und da wir nicht wie Krokodile oder Haie unser Gebiss einfach ersetzen können, müssen wir unsere Zähne pflegen, damit sie so lange halten wie wir sie benötigen. Zeit und Zucker sind die größten Herausforderungen für unsere Zähne, daher benötigen wir Hilfsmittel wie Zahnbürsten und Zahnpasta. Diese sind Alltagshelfer, die wir mehrmals täglich benutzen und regelmäßig austauschen. Heute stehen in den meisten Badezimmern Plastikzahnbürsten und Plastiktuben, was bei dem regelmässigen Gebrauch jede Menge Müll bedeutet. Müll, den wir ganz einfach vermeiden können. 


Zahnbürste

Vier Mal im Jahr sollte die Zahnbürste gewechselt werden. Wenn sich ganz Deutschland daran halten würde, sind das 320 Millionen Zahnbürsten, die jährlich weggeworfen werden. Kein Wunder, werden sie zu Hunderttausenden auf unseren Inseln im Ozean angeschwemmt. Auch für uns ist das Plastik nicht ideal und trotzdem stecken wir uns Giftstoffe wie BPA mehrmals täglich in den Mund. Unsere Schleimhäute nehmen beim Putzen außerdem das Mikroplastik auf. 

Wir wollen ganz ehrlich sein: Die perfekte Lösung gibt’s bis jetzt noch nicht. Aber es gibt bessere Alternativen. Besonders die Borsten sind eine Herausforderung, da unsere Zähne daran einige Ansprüche haben.

Bambuszahnbürste

Bambus hat einige Vorteile. Er wirkt antibakteriell, wächst wahnsinnig schnell und ist kompostierbar. Um den Griff muss man sich also nicht viele Gedanken machen. Dieser macht übrigens ungefähr 95 % der Bürste aus. Ihr spart also ordentlich Plastik im Vergleich zu einer Plastikzahnbürste. Ein Nachteil von Bambus ist, dass er nicht bei uns um die Ecke wächst. Die Borsten sind aus Nylon oder Bio-Nylon. Bio-Nylon oder Nylon können beide nicht auf unseren Kompost. Bio-Nylon kompostiert zwar in bestimmten industriellen Anlagen, aber nicht auf unserem Hauskompost und auch nicht in den Anlagen, in welchen unsere Biotonne entsorgt wird. 

TIO Zahnbürste

Die TIO Zahnbürste zeichnet sich durch den austauschbaren Kopf aus. Statt also jedes Mal das ganze Ding zu entsorgen, muss nur der Kopf hinhalten. Die ganze Bürste besteht komplett aus Bio-Plastik. Die Borsten bestehen aus Bio-Nylon auf Rizinusölbasis. Der austauschbare Kopf ist hergestellt aus Cellulose, welches aus FSC-zertifiziertem Holz gewonnen wird. Der Griff besteht aus Polyethylen auf Zuckerrohrbasis. Die ganze Bio-Plastik-Geschichte kompostiert allerdings auch hier nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Daher empfehlen wir die Entsorgung im Restmüll, wo sie zwar Müll ist, aber immerhin keine Schadstoffe freisetzt wie eine Plastikzahnbürste das tut. 


Zahnpasta

Die klassische Zahnpasta in der Plastiktube hat zwei große Nachteile: Erstens. Sie ist einer Plastiktube. Zweitens. Sie enthält Inhaltsstoffe, die wir nicht im Mund haben wollen. Generell zu vermeiden: Sodium Lauryl Sulfate (SLS). Das Problem dabei: Diese Stoffe erfüllen ihren Reinigungsjob etwas zu gründlich. Sie sind ziemlich aggressiv und können so den Schutzmantel, der unsere Haut umgibt, schaden. Das gilt auch für die Haut im Mund.

Es gibt mittlerweile natürliche, unbedenkliche Alternativen. Zum Kauen, zum Streichen, zum Löffeln – da ist für jeden was dabei. Eine Gemeinsamkeit von allen, mit der sie unser Herz erobert haben: Sie sind komplett plastikfrei.

Löffeln: Zahnpasta Ben & Anna 

Die Zahncreme im Glastiegel. Der frische Geschmack stammt vom Pfefferminzöl. Unterstützend wirken beruhigendes Sanddorn- und entzündungshemmendes Kamillenextrakt. Das enthaltene Calcium stärkt eure Zähne während Kieselsäure sie poliert und effektiv reinigt. Xylit wirkt antibakteriell und rundet durch seine natürliche Süße den Geschmack ab.

„White“ Zahnpasta hilft dir mit Ananasextrakt dabei deine Zähne aufzuhellen. „Black“ reinigt mit Aktivkohle aus Bambus. Für sensible Zähne gibt’s die Sensitiv Variante mit pflegendem Aloe Vera und Salbei. 

Kauen: Denttabs

Die Tablette in den Mund geben, kurz kauen und los geht’s. Denttabs sind Pioniere der plastikfreien Zahnpflege. Sie polieren die Zähne auf natürliche Weise durch mikrofeine Zellulose-Fasern, welches aus Pflanzenteilen gewonnen wird. Sie beschränken sich auf wenige, natürliche Inhaltsstoffe: Kieselerde als sanfter Putzkörper, Fluorid gegen Karies, ein Tensid sorgt dafür, dass die Tabs im Kontakt mit Speichel schäumen, Natron reguliert den pH-Wert, Zitronensäure regt den Speichelfluss an, Zellulose dient als Füllstoff und Minzaroma für frischen Atem. Klassische Zahnpasten enthalten oft fast dreimal so viele Chemikalien. 

Streichen: Zahnpasta am Stiel

Die feste Zahnpasta sieht zwar ein bisschen aus wie ein Eis am Stiel, kommt aber nicht direkt in den Mund. Einfach die Zahnbürste anfeuchten, über den Zahnpasta-Block streichen und Zähne putzen. Angereichert mit ätherischem Pfefferminzöl wirkt die Zahnpasta antibakteriell und sorgt für ein angenehmes Frischegefühl nach dem Zähneputzen. Im Vergleich zu herkömmlichen Plastiktuben hält die Zahnpasta am Stiel doppelt so lang. Der Stiel kann nach dem Aufbrauchen des Produkts kompostiert werden. Sie ist auch der ideale Begleiter beim Backpacking und Wandern, da die Inhaltsstoffe die Umwelt nicht belasten.

Selber machen: Zahncreme

Zahnpasta kann auch ganz einfach selbst hergestellt werden. Dafür braucht ihr:
1 EL Natron – reinigt die Zähne und bindet die Schadstoffe im Mund, neutralisiert kariesverursachende Säuren
1 TL Xylitol – wirkt antibakteriell für den Geschmack, süßt die Zahnpasta
1 EL Kokosöl – reinigt und schützt die Zähne, wirkt antibakteriell
5 Tropfen Pfefferminzöl – für den frischen Minzgeschmack

Zubereitung: Kokosöl erwärmen und gut mit den anderen Zutaten mischen. In ein Töpfchen geben und abkühlen lassen. Für extra weiße Zähne eine Prise Kurkuma hinzufügen. Alle Zutaten und weitere Rezepte findet ihr in unserem DIY Set.

 

Zahnseide

Bei der Zahnseide ist die Schwierigkeit einen Spagat zwischen plastikfrei und vegan zu machen. Handelsübliche Zahnseide besteht aus Nylon, welches etwa 100 Jahre braucht, bis es abgebaut ist bzw. bis es in winzig kleine Mikroplastikpartikel zerfällt. Nicht ideal. Besteht die Zahnseide aus richtiger Seide von Seidenraupen ist sie nicht vegan. Bei den meisten Methoden der Seidenernte werden die Seidenraupen getötet. Auch nicht ideal. Wir haben ziemlich lange getüftelt und können stolz unseren Spagat präsentieren. Die OU Zahnseide besteht aus Mais und Candelillawachs. Sie ist dadurch so reißfest wie eine Nylon-Zahnseide und enthält keine Seide.

Verpackungstechnisch könnt ihr bei der Zahnseide ebenfalls einiges sparen. Zahnseide einfach im Glasflakon kaufen und danach nur noch die Spulen kaufen und den Flakon auffüllen. Hier geht's zum Nachfüllpack.

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