Unsere unverpackte Preispolitik

Ist unverpacktes Einkaufen teuer? Warum ist das unverpackte Müsli bei euch teurer als das verpackte beim Discounter? Ist es für euch der Einkauf nicht günstiger, weil die Verpackungen wegfallen? Erstmal dazu: Wir haben keine krassen Margen und wir wollen uns auch keine goldene Nase an eurer Nachhaltigkeit verdienen. Wir wollen die Welt plastikfreier machen und dafür sollen natürlich so viele Menschen wie möglich unverpackt einkaufen können.

Aber wie kommen sie dann zustande? Und sind wir wirklich teurer als andere? Erstmal zum Vergleich: Vergleicht man unsere Preise mit Discounterpreisen sind wir definitiv teurer. Das können und wollen wir nicht bestreiten. Allerdings vergleichen wir uns damit auch nicht. Der Vergleich hinkt nämlich. Schließlich lassen sich auch Äpfel und Birnen nicht miteinander vergleichen. Unsere Produkte sind nämlich nicht nur unverpackt, sondern auch bio und so regional wie möglich. Das hat seinen Preis. Vergleichen wir uns mal mit anderen Birnen. Mit anderen Bio-Läden. Da sieht es schon ganz anders aus. Im Vergleich mit dem Bio-Laden sind wir bei vielen Produkten gleichauf. Teilweise günstiger, teilweise teurer, aber alles in allem kostet der Gesamteinkauf etwa gleich viel. 


Wie kommen unsere Preise zustande? Was genau bezahlt ihr, wenn ihr bei uns einkauft?


Punkt 1 haben wir gerade schon angesprochen. Unsere Produktqualität ist sehr hoch. Unser Standard ist bio und so regional und fair wie möglich. Qualität hat seinen Preis. 


Punkt 2: Wir sind ziemlich klein und kaufen weniger ein. Wir und die meisten anderen Unverpackt Läden sind privat geführte, eigenständige Unternehmen. Das heißt, wir bestellen alle individuell beim Hersteller. Darum halten sich unsere Bestellmengen in Grenzen. Größere Abnehmer wie BioCompany oder Alnatura haben viel viel größere Bestellmengen und erhalten dadurch verhältnismäßig günstigere Preise. Dies allerdings meist nur bei den Eigenmarken, da diese in so großen Mengen bestellt werden. 


Punkt 3: Wir haben weniger Auswahl bei den Herstellern und Lieferanten. Nicht jeder Hersteller bietet seine Produkte so an wie wir sie haben wollen. Viele Lieferanten haben kein Unverpackt Konzept und fallen somit für uns weg. Der Markt ist kleiner. Wir können nicht zwischen 100 Anbietern auswählen, sondern vielleicht nur zwischen zwei oder drei. Wir sind aber auch ständig auf der Suche und wollen uns verbessern. Das gilt auch für Preise. Wir suchen gerne nach günstigeren Alternativprodukte, wenn sie unsere Anforderungen erfüllen.


Punkt 4: Unverpackt Läden haben aufwändigere Lieferprozesse. Die 25-kg-Säcke müssen irgendwie im Laden ankommen und transportiert werden. Das machen wir von Hand, was Zeit braucht und anstrengend ist. Im klassischen Supermarkt werden die Verpackungen in die Regale eingeräumt. Wir füllen die Lebensmittel in die Bins um. Besonders unter Einhaltung der Hygienevorschriften dauert das länger, als wenn man die Paletten abpackt und einfach in die Regale pfeffert.


Punkt 5: Wir unterstützen lokale Hersteller. Sei es eine kleine Seifenmanufaktur oder ein Start-Up, welches kreativ upcycelt. Wir wollen innovative, nachhaltige Ideen unterstützen und sind bereit, dafür auch mal mehr zu bezahlen.


Wir haben also Gründe für die Preise. Das erklärt den Preis, günstiger werden die Produkte davon allerdings nicht. Wir finden aber, dass es sich anders anfühlt mit diesem Wissen einzukaufen. Ihr auch?

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