Fast Fashion? Nein, danke. Warum Nachhaltigkeit auch mit Stil geht.

“Fast Fashion,” oder zu deutsch “schnelle Mode,” bezeichnet die Entwicklung der Modeindustrie, sehr günstige Kleidung für den Massenmarkt zu produzieren und dabei mit stetig neuen Kollektionen auf neuste Trends zu reagieren. 24 neue Kollektionen bringt die Marke Zara pro Jahr heraus. Gemessen am Herstellungsaufwand, allesamt sehr billig.  
 
Doch während Fast Fashion tatsächlich günstiger ist, ist der indirekte Preis viel höher - und den zahlen Andere. Unsere Umwelt, Tiere und die Menschen, die an den Produktionsketten beteiligt sind. Je mehr und je schneller Kleidung produziert wird, desto stärker steigen die Rohstoffe und der Energieverbrauch dafür an.  
 
Im Jahr 2020 macht die Bekleidungsindustrie ganze 8% der weltweiten Treibhausgase aus. Und auch die gängiger weise verwendeten Materialen stellen ein Problem dar. 60% der weltweiten Kleidungsstücke bestehen aus Polyester, welches aus Erdöl hergestellt wird. Beim Waschen eines Kleidungsstücks aus Polyester werden in etwa 700.000 Mikroplastikpartikel freigesetzt, die regulär nicht von Waschmaschinen gefiltert werden. Diese gelangen anschließend über die Kanalisation ins Grundwasser und in unsere Meere und schaden dort unserem Ökosystem massiv.  
 
Doch nicht nur Umwelt und Klima leiden: Der Global Slavery Index bezeichnet die Bekleidungsindustrie als den weltweit zweitgrößten Treiber von moderner Sklaverei. Prekäre Anstellungsverhältnisse, schlechte Bezahlung und gesundheitsschädigende Bedingungen gehören zur Textilindustrie fest dazu. 90% aller Angestellten sind dabei Frauen. Viele von ihnen erleiden auf Grund der verwendeten Chemikalien oft schwere gesundheitliche Folgen.  
 
Bei den Konsument*innen scheinen diese Bedingungen nicht anzukommen. Mittlerweile kaufen wir im Durchschnitt 60% mehr Kleidung als noch vor 15 Jahren – und behalten sie dabei nur halb so lange. Das muss sich dringend ändern. Wir müssen ein klares Zeichen an die Bekleidungsindustrie senden.  
 
Kleidungskonsum überdenken 
 
Reflektiere deinen Konsum. Ein kritisches Kaufverhalten ist prinzipiell immer eine gute Idee. Gerade wenn wir neue Kleidung kaufen, sollten wir überlegen: Was brauche ich wirklich? Und wie lange hält es? Prinzipiell gilt: Kauf weniger, entscheide bedacht und pflege deine Kleidung gut, sodass sie lange hält.  
 
Eine schöne Idee, die dabei auch noch Spaß macht, sind selbst organisierte Kleidertauschpartys unter Freund*innen. Jede*r von uns hat etwas im Schrank zu hängen, das uns selbst nicht mehr gefällt oder passt, Anderen aber noch eine große Freude bereiten kann. Es findet sich fast immer ein guter Tausch-Deal.  

Aus zweiter Hand kaufen

Abseits selbstorganisierter Kleidertauschpartys gibt es schon lange ein großes Angebot an Läden, in denen Kleidung aus zweiter Hand geshoppt werden kann. Ob heiße Vintage-Teile oder Schmuckstücke aus der Sammelkiste, mit ein bisschen Recherche findet man schnell die besten Fundgruben der Stadt. 

Natürlich braucht es hier etwas mehr Ausdauer, als bei Kleidung von der Stange. Es kann etwas dauern, bis man das neue Lieblingsteil gefunden hat. Doch eins ist garantiert: Hat man etwas gefunden, bleibt es auch erstmal bei einem. 

Es lohnt sich also vielfach, das eigene Konsumverhalten auch bezüglich Kleidung zu überdenken. Der eigene Stil und Umwelt danken!